Vulkane hoch Drei

On 13. August 2014 by Klaus

Nach den wärmenden und entspannten Tagen in Rotorua war wieder Wandern angesagt. Die Wettervorschau für den Tongariro National Park hat ein paar Tage Sonne vorrausgesagt. Diese wollten wir nicht in Taupo am See verschwenden. Deshalb haben wir den großen Lake Taupo ausgelassen (wir kommen da im September nochmal vorbei, wenn wir wieder gen Norden reisen) und sind direkt zu den Vulkanen im zentralen Gebirgsplateau gefahren.

Wir haben zunächst zwei Nächte in der Mangatepopo Hut verbracht und sind von dort aus das weltbekannte Tongariro-Crossing soweit gelaufen wie wir es ohne spezielle Winterausrüstung können. Das Crossing selbst ist ein 6-8h Trip it Start und Ziel an verschiedenen Orten. Das wäre für uns in jedem Fall ungeeignet, da wir ja immer wieder zurück zum Auto müssen. Wenn die Wetterkonditionen und die Ausrüstung es zulassen, dann kann man aber in 4-5 Tagen den zweitgrößten Vulkan, den Ngauruhoe umrunden. Das viel für uns aber auch flach, da die höchste Stelle der Umrundung auf knapp 1900m liegt und ohne Klettereisen an den Schuhen nicht zu empfehlen. Als wir auf unserem kleinen Spaziergang oben waren, war die Schneegrenze irgendwo zwischen 1400m und 1500m, aber so richtig eisig und unpassierbar für uns wurde es ab 1700m. Wir befanden uns dort auf einem Plateau, welches South Crater genannt wird und dort fegt ein schön kanalisierter Wind durch, weil man zur Linken den Mt. Tongariro (den kleinsten der Drei mit 1980m ) und zur Rechten den Mt.Ngauruhoe (der Mittlere mit ca. 2300m) hat und dieses Tal nach Westen hin offen ist (am häufigsten kommt der Wind aus westlicher Richtung).
Es war bis dorthin auch wirklich ein Spaziergang, weil der Wanderweg Stufen und richtig breite Planken hat. Das ist typisch für die Great Walks und wir empfinden das oft als zu einfach … es ist für die breite touristische Masse gemacht.

2014-07-24_14-02-52_01Auf dem South Crater

DCIM102GOPROWir auf dem South Crater 😉

2014-07-24_14-18-59_01Der Schneeman hats auch nicht bis ganz nach oben geschafft

Die erste Nacht waren wir in der Hütte alleine und dank des überaus uneffektiven Gasofens ist es auch so richtig nicht warm geworden. Wie sagt man so schön, was dich nicht umbringt macht dich stärker 🙂
Am nächsten Tag wollten wir nach Taupo fahren und eine neue Regenhose für mich, sowie Gamaschen für Katrin besorgen. Das Wetter war auch nicht vielversprechend am Morgen, sodass wir diesen Plan in die Stufe der Verwirklichung erhoben haben. Damit wir das auch richtig genießen hat uns unser Auto mit einem schönen platten Reifen überrascht.

2014-07-26_10-07-35_01Unser Freund, der Gasofen

2014-07-26_10-10-07_01Die Mangatepopo Hut mit Blick auf MT. Tongariro links und Mt. Ngauruhoe rechts

2014-07-25_09-47-57_01Ein eingefahrener Nagel hat schleichend die Luft entweichen lassen. Beim lahmenden Rückwärtsfahren und durch das Hupen eines anderen Auto sind wir auf den Platten aufmerksam geworden. Wie man das nur beim einsteigen Übersehen kann ist uns bis heute ein Rätsel.

Die Shoppingtour in Taupo war erfolgreich und das Portemonnaie wieder etwas leerer. Wir haben jetzt jeder Gamaschen und ich natürlich eine neue Regenhose. Die Zukunft hat uns dann auch gezeigt, dass die Gamaschen ihr Geld echt wert sind und eine funktionierende Regenhose ist ja in Neuseeland, neben Gummistiefeln, Regenjacke und einer Mütze, ein Grundbekleidungsstück.

2014-07-25_17-29-30_01Auf dem Rückweg haben wir dann noch den Sonnenuntergang am Lake Taupo genossen. Unpassender Weise habe ich das Foto als Schwarz-Weiß entwickelt 😉

Die zweite Nacht in der Mangatepopo war das volle Gegenteil der ersten Nacht, mit Ausnahme von der Temperatur – Es war trotz der vollen Hütte kalt. Eine Volle Hütte für sich ist nicht schlecht, aber wenn die Letzten um 2 Uhr Nachts ankommen und es jeder einzelne schafft die Eisaxt auf den Holzboden fallen zu lassen, dann wirds unschön. Besonders genial war dann auch die Idee der größten Gruppe bereits um kurz vor 6 Uhr wieder aufzustehen -> neuer Lärm. Das sind natürlich alles ganz schlimme First-World-Problems, aber wie hat der bärtige Einstein so schön vorgerechnet?: Alles ist relativ.
Ich hab mich dann entschieden auch aufzustehen, um mit nur einem kleinen Snack im Magen loszuziehen und ein paar erste Sonnenstrahlen auf digitalen Film zu bannen.

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Nach der erholsamsten Nacht auf der Nordinsel sind wir nach ein bisschen am Fuße des Ngauruhoe rumspaziert und haben einen Wasserfall aufgesucht. Wir hatten an diesem Tag wirklich gutes Wetter mit so gut wie gar keinen Wolken um den Berggipfeln.

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Als nächstes stand noch die Erkundung des Mt. Ruapehu an. Mit fast 2800m ist er der größte der drei Vulkane und auch der größte Berg der Nordinsel. Er besitzt mehrere Skifelder und da jetzt auch Winter ist, sind in den Dörfern rund um den Vulkan auch fast nur Ski-Touristen unterwegs. Eigentlich sind viele der Dörfer auch nur eine Ansammlung von Motel, Hotels, Hostels und ein paar Restaurants. Wir haben als Vorbereitung und für Erfrischungen eine Nacht in einem der Hostels verbracht und sind am nächsten morgen los zum Start unserer Wanderung zur Blyth Hut südlich vom Mt. Ruapehu. Bevor wir loslegen konnten, haben wir uns beim örtlichen Kundenzentrum vom Department of Conservation über die Wetterlage, Schneegrenze und Straßenkondition informiert. Nachdem wir grünes Licht hatten, gabs kein halten mehr und wir sind den kurzen 3h-Walk bis zur Hütte durch eine wundervolle Schneelandschaft marschiert. Das Wetter war nicht so pralle, aber Katrin hatte als Robbe im Schnee trotzdem ihren Spaß *gg*.

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2014-07-27_13-09-12_01Ja ihr seht richtig, eine Hütte mit Teppich & Auslegware 😉 Das ist aber nicht die Blyth Hut, sondern die Lupton Hut und diese Wird von einer Highschool aus Wanganui betrieben um für Schulausflüge als Ziel zur Verfügung zu stehen. Da müsste ich glatt mal schauen ob es solche Möglichkeiten auch in Deutschland gibt, denn es ist ein echt abenteuerlicher und spannender Weg Kinder der Natur näher zu bringen.

Die Blyth Hut ist kleiner als die Mangatepopo und hat einen normalen Wood-Burner als Ofen – Also ein Volltreffer für uns.

2014-07-27_15-04-13_01Wir haben Minipizzen als Snack entdeckt und diese lassen sich prima auf dem Ofen Backen. Da leider der Wasserhahn am Wassertank eingefroren war, mussten wir Schnee schmelzen, aber mit einem schön heißen Ofen ist das gar kein Problem :).

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Nach Einbruch der Dunkelheit haben sich noch eine Frau und ein jüngeres Pärchen zu uns in die Hütte gesellt und wir haben übers Wandern, neuseeländische Eigenheiten und noch andere Dinge gequatscht. Am nächsten Morgen bin ich wiedermal früh Aufgestanden, den Berg hochgekrachselt und habe die aufgehende Sonne durch den Sucher meiner Kamera betrachtet 😉 – Manch einer denkt jetzt vielleicht, ich könnte ja mal einfach so einen Sonnenaufgang ansehn und nicht immer versuchen alles zu Fotografieren. Damit kann man richtig liegen, aber jeder hat andere Prioritäten und ich stolpere über genug Sonnenauf und -untergänge, bei denen ich keine Kamera griffbereit habe. Genug palabert > Fotos:

2014-07-28_08-14-06_01Sieht nicht so sehr nach Sonnenaufgang aus … war auch schon 8Uhr14.

2014-07-28_07-23-40_01Vom Berg wegschauend ergaben sich schöne Farbschichten a.k.a Morgenglühen.

2014-07-28_08-36-30_018Uhr36 wurde es aber dann wieder spannend am Ruapehu.

2014-07-28_07-47-45_01Außerdem habe ich die Eisblume Stufe 4 gefunden. Sieht bei gutem Wetter gar nicht mal so übel aus :).

Nach dem Frühstück war auch die Katrin wach und wir sind nochmal den Berg raufgestiefelt um ein paar Impressionen einzusammeln und die Gegend rund um die Hütte zu erkunden. Das hat echt Spaß gemacht und der glitzernde Schnee überall hat uns für die kommende Weihnachtssaison ordentlich angefixt.

2014-07-28_08-27-46_01Die kleine Bergspitze im Hintergrund ist Mt. Taranaki, seinerselbst 2500m hoch.

2014-07-28_09-01-03_01Die Blyth Hut in ihrer natürlichen Umgebung^^

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2014-07-28_12-48-32_01Die weiße Linie im Hintergrund sind die Schneebedeckten Gebirgskanten der Ruahine Range. Dort haben wir schon die Sunrise Hut besucht und im August werden wir dort hoffentlich noch ein paar andere Walks machen können.

2014-07-28_12-50-43_01Genau so wird unser zukünftiger Weihnachtsbaum ausehen!

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2014-07-27_17-27-14_01Zur Abwechslung mal wieder ein Sonnenuntergangsbild

2014-07-29_11-07-44_01Zwischen Frühling und Herbst, wenn der Tümpel an der Oberfläche nicht gefroren ist, dann kann man bei windstille eine schöne Reflektion der Bergspitzen sehen. Hier nicht!

2014-07-29_10-31-01_01Man kann sich niche genug Wasserfälle und …

2014-07-29_10-38-49_01…Kaskaden anschauen.

2014-07-29_12-40-52_01Unser Abschiedsfoto vom Mt. Ruapehu 🙂

Wir haben dann noch eine Nacht in einem Hostel eingeschoben um erfrischt und in der Frühe über den Forgotten Highway gen Westen zum Taranaki National Park und dem gleichnamigen Vulkan zu fahren.

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